Exkurs

Exkurs: Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber ist wegen der sog. „Drittwirkung“ des Arbeitszeugnisses berechtigt, vom Arbeitnehmer ein zu positiv formuliertes Arbeitszeugnis zurückzufordern, selbst wenn er den Mangel bei der Ausstellung bereits gekannt hat, um ein korrektes Arbeitszeugnis auszustellen. Verweigert der Arbeitnehmer eine Zeugnisrückgabe zur Neuausstellung aus diesem Grunde, ist der Arbeitgeber für die Durchsetzung seines Aenderungsanspruchs auf den Prozessweg verwiesen. Für einmal ist dann der Arbeitgeber Kläger und der Arbeitnehmer Beklagter dieses Zeugnisprozesses.

Exkurs: Arbeitgeber gegen Arbeitgeber

Der Arbeitgeber, der dem Arbeitnehmer in einem Arbeitszeugnis Fähigkeiten und Eigenschaften attestiert, die er nicht hat, oder Verfehlungen verschweigt, läuft er Gefahr, sich gegenüber dem oder nachfolgenden Arbeitgebern schadenersatzpflichtig zu machen. Möglicherweise muss er dem oder den nachfolgenden Arbeitgebern den dadurch entstandenen Schaden ersetzen.

Schwierig abschätzbare Prozesschancen

Da das Arbeitszeugnis oder eine Referenz des früheren Arbeitgebers nicht alleinige Schadenersatzkriterien sind, dürfte es für den oder die nachfolgenden Arbeitnehmer schwierig sein, einen solchen Prozess zum Erfolg zu führen.

Folgende Faktoren relativieren die Möglichkeiten und Verantwortung des früheren Arbeitgebers:

  • Pflicht zur wohlwollenden Formulierung des Arbeitszeugnisses
  • Auswahl-, Instruktions- und Ueberwachungs-Verantwortung des nachfolgenden Arbeitgebers
  • Möglichkeit zur Arbeitnehmer-„Prüfung“ auch während einer Probezeit
  • usw.

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