Einleitung zum Arbeitszeugnis

Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und / oder eine Arbeitsbestätigung.

Das Arbeitszeugnis hat über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über Funktion, Leistungen und Verhalten des Arbeitnehmers Auskunft zu geben. Es hat vollständig, wohlwollend und klar zu sein. Das Arbeitszeugnis ist am Ende des Arbeitsverhältnisses (Schlusszeugnis) oder auf Verlangen des Arbeitnehmers auch während des Arbeitsverhältnisses (Zwischenzeugnis) auszustellen.

Die Arbeitsbestätigung beschränkt sich auf Aussagen über Funktion und Art bzw. Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Der Arbeitnehmer kann ein Arbeitszeugnis, eine Arbeitsbestätigung oder beides verlangen.

Mit dem Arbeitszeugnis nicht zufriedene Arbeitnehmer können bei Gericht auf Abänderung des Zeugnisses klagen. Mit der Zeugnisklage hat der Arbeitnehmer zu beantragen, welche Aussagen und Textpassagen er wie geändert haben möchte. Es empfiehlt sich, dem Arbeitgeber vorgängig einen eigenen Textvorschlag zu unterbreiten und mit ihm eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Zeugnisklagen erfordern meistens den vorprozessualen Rat eines Anwalts und die anwaltliche Unterstützung vor Arbeitsgericht.

Die wichtigsten Zeugnisaspekte
Arten von Arbeitzeugnissen

Formulierung des Arbeitszeugnisses

Arbeitzeugnispflicht des Arbeitgebers

Änderungswünsche

Zeugnisklage

Die Formulierung hat den Prinzipien von Vollständigkeit, Wohlwollen, Wahrheit und Klarheit zu genügen. Die wohlwollende Zeugnisformulierung soll das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht erschweren. Trotzdessen muss der Arbeitgeber auch negative Leistungs- und Verhaltens-Aspekte von besonderer Wichtigkeit und / oder Wiederholung erwähnen.

Gefälligkeitszeugnisse oder zu gute Zeugnisse, die die immaterielle Unbill der Entlassung kompensieren sollen, können den Arbeitnehmer bei interessierten Arbeitgebern zu kompetent erscheinen lassen. Mit Nichterwähnungen oder ungerechtfertigten Topzeugnissen setzt sich der Arbeitgeber der Gefahr einer Schadenersatzpflicht gegenüber nachfolgenden Arbeitgebern aus.

Die ernstgenommene Zeugnispflicht ist für den Arbeitgeber eine herausfordernde und unausweichliche Aufgabe. Der Zeugnistext muss authentisch sein, muss den Arbeitnehmer so wie er physisch ist, im Text erkennbar machen. Nicht individualisierte Zeugnisvorlagen oder die Zeugnisse sog. „Zeugnisdienste“ werden diesem Anspruch nicht gerecht!

Auf dieser Website finden Sie Informationen zum Thema Arbeitszeugnis, Musterarbeitszeugnisse sowie Links zu Arbeitsvertrag, Arbeitsrecht und Personalrecht.

Zeugnisarten
Arbeitszeugnis Arbeitsbestätigung
Zeitpunkt
  • Jederzeit vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses = Zwischenzeugnis
  • Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses = Schlusszeugnis
  • Grundsatz: Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  • Ausnahme: Während des Arbeitsverhältnisses unter Hinweis auf das bestehende Obligo
Inhalt
  • Art des Arbeitsverhältnisses: Funktion
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses: Eintritt / Austritt
  • Leistungen des Arbeitnehmers
  • Verhalten des Arbeitnehmers
  • Art des Arbeitsverhältnisses: Funktion
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses: Eintritt / Austritt
Weiterführende Informationen zur Arbeitsbestätigung

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